Archiv des Autors: Herbert Gottlieb

Fan-Fiction: Fakten und Hintergrnde

Fan-Fiction, so werden literarische Werke von Fans zu ihren Lieblingsbchern, -filmen, -serien oder -Computerspielen bezeichnet. Auch real existierende Persnlichkeiten aus Film, Musik oder Sport knnen die Inspiration fr Fan-Fiction sein und deren Lebensgeschichten in einer neuen, fortgesetzten oder alternativen Handlung erzhlen. Popularitt hat dieses Phnomen in jngster Zeit durch die sogenannten ?Spin-Offs erhalten, die zu erfolgreichen Film- oder Serienfiguren gedreht wurden. Man denke nur an die zahlreichen Helden des Marvel-Universums, die ihren eigenen Blockbuster bekommen haben, oder an den zwielichtigen Anwalt Saul Goodman aus der Serie ?Breaking Bad, dessen Biographie im Spin-Off ?Better Call Saul erzhlt wird.

Fakt ist, folgt man den Theorien von Abigail Derecho (?Archontic Literature – A Definition, a History, and Several Theories of Fan Fiction), dass die Art und Weise des Umgangs mit Geschichten, wie sie Fan-Fiction handhabt, bereits Jahrtausende alt ist. Das Pantheon der griechischen und rmischen Gtter wuchs stetig an, und mit ihm die Anzahl der Geschichten, die sich um die Gtter rankten. Und auch im Mittelalter schienen die Autoren mit den zahlreichen Fortsetzungen zu Knig Artus und seinen Rittern der Tafelrunde ein Bedrfnis nach einem umfassenden Erzhlkosmos auf Seiten des Publikums nachzukommen.

Man knnte aber andererseits Fan-Fiction, so Abigail Derecho, als ein spezifisches Phnomen der Neuzeit betrachten, womit ihre Anfnge in die 1920er Jahre fallen wrden, als Fans von Jane Austen (?Stolz und Vorurteil) und Arthur Conan Doyle (?Sherlock Holmes) anfingen, die Geschichten ihrer literarischen Lieblingsheldinnen und -helden fortzuspinnen. Auch die Fan-Fiction zum ?Star Trek-Universum, die in den 1960er Jahren einsetzte, stellt einen Meilenstein in der neuzeitlichen Ermchtigung von Fans ber ihre fiktionalen Vorbilder dar.

Beide Erklrungsanstze, die den Ursprung der Fan-Fiction zu erforschen suchen, haben einiges fr sich. Und unabhngig davon, ob man bereits die um die zahlreichen Halb- und Nebengtter kreisenden Geschichten der Antike als Fan-Fiction bezeichnen kann, unterscheidet sich diese Art der Erzhlkunst doch in einigen wissenswerten Punkten von der heutigen Fan-Fiction-Kultur. Zunchst einmal verbreiteten sich Geschichten bis in die Neuzeit hinein vor allem mndlich oder in alten Manuskripten und Drucken, whrend das ?neue Medium Internet fr eine rasante globale Verbreitung der Fan-Fiction sorgt. Verfgten in frherer Zeit vor allem berufsmige Erzhler und Dichter (Skalden, Barden), die selten lesen oder schreiben konnten, ber die Fhigkeit, Geschichten einem Publikum darzubieten, so kann heutzutage jeder sein Glck im Geschichtenerzhlen versuchen und vom Prinzip her ist jeder alphabetisierte Mensch dazu in der Lage, seine geschriebene Fan-Fiction ber das Internet zu verbreiten.

Doch whrend es bis in die Frhe Neuzeit hinein noch kein Copyright gab, das die Geschichten und Helden der Autoren urheberrechtlich schtzte, erschwert genau diese Gesetzgebung mageblich den kreativen literarischen Umgang mit bekannten Romanfiguren und -welten. Konnte bis vor einigen Jahrhunderten also jeder, der wollte, alle ihm zur Verfgung stehenden Geschichten nach- und um- und forterzhlen, ohne befrchten zu mssen, dafr ins Gefngnis zu wandern, hat sich in dieser Hinsicht einiges gendert. Es gibt Autoren wie Anne McCaffrey oder Raymond Feist, die keine Fan-Fiction zu ihren Werken wnschen und ihre Rechte sogar einklagen. Daneben gibt es aber auch solche wie J. K. Rowling, die sich darber freuen, wenn Fans ihre Geschichten weiterspinnen.

Alles in allem handelt es sich bei Fan-Fiction um ein Phnomen, das ein bereits Jahrtausende altes menschliches Grundbedrfnis nach fortgesetzten Geschichten befriedigt ? heutzutage von Fans fr Fans. Jedermann kann sich daran beteiligen und seinen eigenen Beitrag zu einem bestimmten Erzhlkosmos liefern, zumindest solange er damit nicht die Urheberrechte eines Autors verletzt.

Kostenlose online Quellen, die helfen knnen, den Schreibstil zu verbessern

Es gibt verschiedenste Gründe, warum Menschen ihre Fähigkeit zu schreiben verbessern wollen: der Beruf erfordert es, man möchte endlich das lang anvisierte Buch schreiben oder ein Blog betreiben. Um seinen Schreibstil zu verbessern, muss man nicht Germanistik studiert haben, teure Bücher kaufen oder hochpreisige Kurse belegen – dafür genügt bereits ein Blick ins Internet. Dort findet man eine Vielzahl von kostenlosen deutschsprachigen Seiten, die einem umfangreiche praktische Tipps geben, was man besser vermeiden sollte und welche Art des Schreibens beim Leser gut ankommt. Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl verschiedener Arten von Onlinequellen, die hier genauer unter die Lupe genommen werden.

  1. Wikibooks.org

Die Seite Wikibooks.org bietet den gleichen Aufbau und die gleiche Oberfläche wie Wikipedia. Hier findet man zahlreiche Hinweise zur Textgestaltung, Rechtschreibung, Typographie und auch zur Verbesserung seines Schreibstils. Dem „Lehrbuch der deutschen Prosa“ von Ludwig Reiners folgend werden hier allgemeine Hinweise (z. B. Wortwiederholungen vermeiden), Regeln für treffenden Ausdruck (gib Handlungen durch Verben wieder) und Ratschläge für den letzten Schliff eines Texts geboten (Belebung der Darstellung). Der Vorteil dieser Seite liegt klar auf der Hand: die schiere Menge an Hinweisen. Allerdings werden sie nicht nach ihrer Relevanz gewichtet, denn es gibt keine Zusammenfassung etwa der 10 wichtigsten oder hilfreichsten Regeln. Zudem wirken einige „Regeln“ wie das unbedingte Beharren auf dem Genitiv etwas unzeitgemäß.

  1. Schreib-Foren

Wer nicht nur staunend und bisweilen auch ratlos zurückbleiben will, wenn er die manchmal doch recht  kryptisch anmutenden Tipps einer Wikiseite konsumiert (nicht jeder hat Germanistik studiert!), dem hilft es unter Umständen, seine Probleme mit Mitstreiter zu teilen. Dafür bieten sich online Foren wie schreib-forum.de an. Hier findet man seine eigenen Fragen womöglich nicht nur bereits beantwortet, hier kann man selbst einige stellen und kommt mit anderen ins Gespräch. Die Beiträge sind gut in verschiedene Rubriken gegliedert und ein schnelles Feedback ist garantiert!

  1. Blog eines bekannten Autors

Vielleicht sind Sie aber eher der Typ, der ein reales Vorbild braucht, an dem er sich ausrichten kann. Bekannte Autoren mit einer Menge Schreiberfahrung und Ahnung vom Verlagswesen stellen hin und wieder kostenfreie Tipps online. Ein positives Beispiel bietet Marcus Johanus, ein Autor von Thrillern. Auf seinem Blog postet er „10 Tipps, die sofort dein Schreiben verbessern“. Er berichtet aus seiner subjektiven Erfahrung heraus, was ihm zu seinem Durchbruch geholfen hat und versucht so Anfängern oder Fortgeschrittenen zu helfen, ihren eigenen Stil zu verbessern. Er geht jedoch auch auf ganz alltagspraktische Dinge des Schreibens ein, so etwa auf die Notwendigkeit, eine tägliche Schreibroutine zu entwickeln.

Das Wissen um richtiges und gutes Schreiben liefert Ihnen eine Waffe an die Hand, die mächtig genug sein kann, um für Ihren eigenen literarischen Durchbruch zu sorgen. Dieses Wissen wartet im weltweiten Netz nur darauf, aufgesogen zu werden. Bevor man mit der Recherche startet, sollte man sich allerdings gut überlegen, welcher Anlaufpunkt der bevorzugte ist: eine Wikiseite, ein Schreib-Forum oder vielleicht doch eher ein Blog mit persönlichen Fußnoten eines bereits erfolgreichen Autors? Die Wahl ist groß und liegt ganz allein bei Ihnen

Schreibtipps von berhmten Autoren

Es gibt sehr viele Autoren, die es aufgrund ihrer Fähigkeit, uns mit ihrer Sprache und ihren Worten zu packen und eigene Welten in unserer Vorstellung zu erschaffen, zu weltweitem Ruhm gebracht haben. Für all jene, die selbst diesen Weg beschreiten wollen, lohnt es daher genau hinzuschauen, wenn diese schriftstellerischen Berühmtheiten Tipps zum Schreiben selbst geben. Sicherlich sind diese Tipps teilweise so individuell und subjektiv geprägt, wie die Autoren, die sie geben. Aber wer weiß? Hinter einer dieser Einsichten könnte sich der entscheidende Hinweis verstecken, den Sie benötigen, um Ihren eigenen Stil zu finden und zu bahnbrechendem Erfolg zu gelangen!

Hier finden Sie eine kleine, aber feine Auswahl aus den zahlreichen Weisheiten der großen Erzähler der letzten Dekaden:

1. „Ein Buch zu schreiben ist ein grauenvoller, kräftezehrender Kampf, wie eine lange Boxrunde mit einer schmerzhaften Krankheit. Man würde so ein Unterfangen niemals angehen, wenn man nicht von irgend einem Dämon angetrieben würde, dem man weder widerstehen könnte noch ihn verstehen würde.“ (George Orwell, Autor von „1984“)

Ein entscheidender Hinweis, den man als Neuling nicht unterschätzen sollte: Schreiben verlangt Leidenschaft, die Fähigkeit, sich mit seinem Schaffen vollkommen zu identifizieren und auch Durststrecken zu überstehen, in denen die Buchstaben nicht wie von Zauberhand ganz allein aus der Feder fließen.

2. „Wenn es ein Buch gibt, das man gerne lesen möchte, das aber noch nicht geschrieben worden ist, so muss man es selbst schreiben.“ (Toni Morrison, Autorin von „Solomons Lied“)

Liest man viel, denkt man sich häufig: Warum hat diese Geschichte nicht eine andere Wendung genommen? Warum wird jene Romanfigur nur am Rand beleuchtet? Warum wird die Geschichte nicht breiter erzählt? Reichhaltige Lektüre führt im besten Fall zu neuen und ungeahnten Ideen, zu geistigen Alternativen oder ausgefallenen Experimenten, die nur auf eine Umsetzung warten und Ihnen womöglich zum schriftstellerischen Durchbruch verhelfen.

3. „Für mich liegt die größte Lust am Schreiben nicht in der Handlung, sondern in der inneren Musik, die Worte verursachen.“ (Truman Capote, Autor von „Frühstück bei Tiffany“)

Die Handlung, also der Plot eines Romans, kann noch so innovativ oder gerissen sein. Das bringt alles nichts, wenn man nicht dem Klang der Worte folgt, nicht um ihre lautliche Wirkung weiß. Es hilft, beim Lesen verschiedener Romane auf die Wortwahl der Autoren zu achten, sich für die fließenden, abgehackten oder in Wellen dahinbrechenden Sätze zu sensibilisieren. Das Studium der großen und erfolgreichen Autoren hilft dabei, sein eigenes Talent auszubauen – das wussten schon die antiken Schriftsteller, deren Klassiker heute noch gelesen werden.

4. „Keine Tränen beim Schreiber, keine Tränen beim Leser. Keine Überraschung beim Schreiber, keine Überraschung beim Leser.“ (Robert Frost, Dichter)

Dieser Tipp appelliert an den Autor, etwas zu erschaffen, das ihn selbst bewegt, über ein Thema zu schreiben, das ihn berührt. Logik und Berechnung sind unentbehrlich, um eine Geschichte zu einem guten Ende zu führen. Doch der Leser muss ergriffen werden, von den Schicksalen der Figuren und den unberechenbaren Wendungen der Handlung gleichermaßen.

Finden Sie Ihren eigenen Schreibstil, indem Sie die Geschichten zum Leben erwecken, die in Ihrer Fantasie stecken, und das auf eine packende Art und Weise, also so, wie nur Sie es können. Lesen Sie die Werke möglichst vieler Autoren und übernehmen Sie davon, was Ihnen am meisten zusagt. Und das Wichtigste: Lassen Sie sich nicht von Fehlschlägen entmutigen! Es erfordert nicht nur Talent, sondern auch wahre Leidenschaft, ein unbändiges Durchhaltevermögen und den Willen, sich Neues anzueignen, um zu schriftstellerischem Erfolg zu gelangen.